Das Löschfahrzeug LF 15 und der Enkenbacher Gemeinderat

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 06.08.1944

Anschaffung einer großen Motorspritze

Der Herr Gauleiter hat im Herbst vorigen Jahres mit Rücksicht auf die durch den Krieg drohenden größeren Gefahren die Anschaffung verschiedener großen Motorspritzen für den Landkreis Kaiserslautern angeordnet. Auch der Gemeinde Enkenbach wurde im Hinblick auf die vorhandene Industrie ein derartiges Löschfahrzeug zugewiesen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 20000 RM. Der Bürgermeister hat dem Landrat und dem Kreisfeuerwehrführer gegenüber die Übernahme der Kosten mit der Begründung abgelehnt, daß der Gemeinde Mittel hiefür nicht zur Verfügung stehen. Der Herr Landrat hat darauf erklärt, daß der größte Teil der Anschaffungskosten durch Staatszuschüsse gedeckt sei und auf die Gemeinde nur ein bescheidener Rest falle. Irgendeine Rechnung ist bis jetzt nicht eingelaufen, obwohl die Spritze schon vor einigen Monaten in den Besitz der Feuerwehr kam. Hievon werden die GRe verständigt.

Entschließung des Bürgermeisters: Zurückgestellt.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 01.09.1950

Reparatur der gemeindeeigenen Motorspritze

Dem GR wurde bekanntgegeben, daß die gemeindeeigene Motorspritze defekt ist und schon seit etlichen Wochen bei der Firma Balcke in Frankenthal zur Reparatur abgeliefert wurde. Nach einem vorliegenden Angebot der besagten Firma soll die Vornahme der Reparatur-Arbeit auf insgesamt 478,85 DM zu stehen kommen. Der GR bewilligt diesen Betrag und gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Motorspritze so schnell wie möglich wieder einsatzfähig wird"

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 22.09.1950

Verkauf des gemeindeeigenen Löschfahrzeuges (LF 15)

Die Gemeindeverwaltung hat mit Schreiben vom 14.7.1950 bei der Regierung um Gewährung einer Beihilfe aus der Feuerschutzsteuer zur Instandsetzung des Löschfahrzeuges (LF 15) gebeten. Am 22.5.1950 also 8 Wochen früher, hat sie aber auch die Genehmigung zum Verkauf dieses Löschgerätes beantragt. Da die beiden Anträge gegeneinanderstehen, hat die Regierung nun um Mitteilung ersucht, ob die Absicht des Verkaufs weiter besteht, oder ob sich die Gemeinde nunmehr für die Beibehaltung des Löschfahrzeuges entschlossen hat. Der GR nimmt zu diesem Schreiben des Regierungspräsidenten der Pfalz in Neustadt /Hdt. einstimmig wie folgt Stellung:

Für den während des Krieges angeschafften Feuerlöschwagen (LF 15) besteht hierorts kein großes Bedürfnis mehr. Um diesen Wagen in ständiger Bereitschaft zu halten, erwachsen der Gemeinde laufende Unterhaltungskosten. Die Feuerwehr Enkenbach kommt für die Leistung überörtlicher Löschhilfe in größerem Umfange nicht in Betracht, weil die Einsatzfähigkeit der hiesigen Feuerwehr aus den verschiedensten Gründen nicht so gesteigert werden kann, insbesondere bei Nacht, wie es für diesen Zweck erforderlich sein müßte. Die Leistung überörtlicher Löschhilfe muß im Landkreis Kaiserslautern in der Hauptsache bei größeren Bränden der Feuerwehr Kaiserslautern überlassen werden, die wegen ihrer ständigen Bereitschaft innerhalb 4 - 5 Minuten zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrücken kann. Nachdem die Feuerwehr Enkenbach außer dem Löschgerät LF 15 noch eine Motorspritze (TS 8) besitzt, erscheint daher eine weitere Belassung des Löschfahrzeuges am hiesigen Platze weder aus wirtschaftlichen noch aus einsatzfähigen Gründen vertretbar. Die Regierung soll deshalb dringendst darum gebeten werden, die erforderliche Genehmigung zum Verkauf des Löschfahrzeuges (LF 15) baldmöglichst zu erteilen"

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 27.04.1951

Beratung über die Aufstellung des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1951.

Nachdem über die so wichtige Frage 'Gasversorgung' entschieden wurde, kann der Aufstellung des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1951 nunmehr näher getreten werden. Es soll nun festgestellt werden, welche Maßnahmen im neuen Haushaltsjahr am vordringlichsten sind und welche Gelder haushaltsrechtlich bereitgestellt werden sollen bzw. können. Im einzelnen wurde einstimmig folgendes beschlossen:

a) Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses:

Das derzeitige Feuerwehrgerätehaus beim Bürgermeisteramt reicht den Bedürfnissen nicht mehr aus. Etliche Geräte, wie Löschfahrzeug LF 15 und Schiebeleiter sind anderwärts untergebracht. Auch ist der Raum feucht und für die ständige Aufbewahrung des wertvollen Schlauchmaterials sehr ungeeignet. Es erweist sich daher der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehausesund zwar auf dem gemeindeeigenen Platz vor dem Haus Imhof als dringend notwendig. Der Bau eines solchen Gerätehauses war bereits im vergangenen Jahre vorgesehen, mußte aber zurückgestellt werden, weil die Finanzierungsfrage scheiterte. Der GR beschließt, daß dieses Projekt im neuen Haushaltsjahr nun verwirklicht wird. Die Ausführung soll so erfolgen, wie sie in dem Vorentwurf des Architekten Herrn Leonhard Kraft vom 29.3.1950 vorgesehen ist. Darin ist gleichzeitig die Errichtung von 4 Flüchtlingswohnungen und 1 neue Gemeindewaage, die ebenfalls dringend notwendig ist geplant.

Die Erstellungskosten sollen laut neuestem Kostenvoranschlag auf insgesamt ca. 70000,-- DM kommen. Die Finanzierung ist so gedacht, daß dieser Betrag im Haushaltsplan bereitzustellen ist, wobei jedoch alle Möglichkeiten auf Gewährung von Zuschüssen und Darlehen von Seiten des Staates voll und ganz auszuschöpfen sind"

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 10.05.1951

Beibehaltung des gemeindeeigenen Löschfahrzeuges LF 15

Mit GRbeschluß vom 22.9.1950 wurde der Verkauf des gemeindeeigenen Löschfahrzeuges LF 15 beschlossen und gleichzeitig bestimmt, die Regierung darum zu ersuchen, ihre Zustimmung zu erteilen. Das Ministerium für Inneres und Wirtschaft - Landesamt für Brandschutz - in Mainz hat mit Schreiben vom 25. Januar 1951 hierauf geantwortet, daß sie zum Zwecke eines evtl. Verkaufes eine Schätzungsurkunde und einen Kostenvoranschlag für die Generalüberholung benötige. Mit Zustimmung des gemeindlichen Hauptausschusses wurde das Fahrzeug von der Reparaturwerkstätte Paul Sprengart, hier, inzwischen überholen lassen. Es befindet sich nunmehr wieder in einem guten und jederzeit einsatzbereiten Zustand. Mit Rücksicht darauf, daß in der am 27. April ds. Jhrs. stattgehabten GRsitzung der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses beschlossen wurde, erhebt sich nun die Frage, ob es nicht zweckmäßiger wäre, wenn die Gemeinde das Fahrzeug weiterhin behalten würde. Der GR, der sich eingehend mit diesem wichtigen Problem beschäftigte, sowie alle Vor- und Nachteile die sich im Falle der Beibehaltung des Spezialfahrzeuges ergeben, erörterte, war geteilter Ansicht. Es wurde nämlich die Einwendung gemacht, daß das Löschfahrzeug eine besondere Pflege und Warte bedürfe, nicht von jedem beliebigen Fahrer gesteuert werden dürfe und schließlich weil es auch der Gemeinde erhebliche Unterhaltungskosten verursachen würde. Desweiteren bestünde für die Gemeinde die Verpflichtung, in einem Umkreis von 30 km auf Anforderung Löschhilfe zu leisten. Andere Gemeindevertreter wiesen jedoch darauf hin, daß im Hinblick auf den ausgedehnten gemeindlichen Waldbestand und die verschiedenen abgelegenen Höfe, die zur Gemeinde Enkenbach gehören, es dringend angebracht erscheine, wenn das Löschfahrzeug weiterhin im Besitz der Gemeinde verbleiben würde. Auch dürfe man die Tatsache nicht verkennen, daß die örtliche Feuerwehr von Grund auf wieder aufgebaut werden müsse und man die Einsatzfreudigkeit der Wehr durch eine solche Maßnahme nicht schmälern dürfe. Nach einer längeren Debatte, bei der das Für und Wider abgewogen wurde, einigte man sich schließlich dahingehend, den bei der Regierung eingebrachten Antrag zurückzuziehen und das Löschfahrzeug LF 15 um ein weiteres Jahr im Besitz der Gemeinde zu belassen. Diese Verabredung wurde alsdann zum einstimmigen Beschluß erhoben"

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 09.06.1951

Nochmalige und endgültige Beschlußfassung über die Frage: ob Verkauf oder Beibehaltung des gemeindlichen Löschfahrzeuges LF 15

Bei der am 25. Mai 1951 stattgehabten Feuerwehr-Jahresbesichtigung, die Kreisbrandinspekteur, Herr Heil aus Kaiserslautern, in Anwesenheit des 1. und 2. Bürgermeisters, sowie der Mitglieder des gemeindlichen Hauptausschusses vorgenommen hatte, wurde die Frage bezüglich der Beibehaltung oder Verkauf des gemeindlichen Löschfahrzeuges LF 15 angeschnitten und erneut erörtert. Alle Versammelten waren und sind auch heute noch der Ansicht, daß ein Verkauf vorzuziehen ist. Die Gründe zu diesem Schritt seien in folgenden Tatsachen zu suchen; weil:

  • 1. das gemeindliche Wasserleitungsnetz das erforderliche Wasser zur Speisung der in dem LF 15 eingebauten Pumpe nicht liefern kann und daher der Wasserdruck bei einem Brand vollkommen unzulänglich ist. (Ein alter Grundsatz der Feuerwehr besage: 'Der Brand soll nicht mit Wasser, sondern mit dem nötigen Druck gelöscht werden.')

  • 2. eine TS 8, wie sie in Enkenbach vorhanden, für durchaus angemessen erachtet wird,

  • 3. Die Firma Heger u. Müller, Eisenwerk, Enkenbach ebenfalls über eine TS 8 verfügt, auf die jederzeit zurückgegriffen werden kann,

  • 4. bei einem größeren Brand, die örtliche Feuerwehr zur Leistung überörtlicher Löschhilfe mit dem LF 15 verpflichtet ist,

  • 5. das fragliche Spezialfahrzeug eine besondere Pflege und Warte bedarf, wozu der Gemeinde das geschulte ständige Personal fehlt und schließlich weil

  • 6. die Beibehaltung des LF 15 der Gemeinde alljährlich große Unterhaltungskosten verursacht, also ein unproduktiver Posten innerhalb des Gemeindeetats darstellt, den sich die Gemeinde auf die Dauer nicht leisten kann. Das Kraftfahrzeug wurde inzwischen von einer anerkannten Kraftfahrzeug-Schätzungsstelle in Neustadt/Weinstr. geschätzt und der Marktzeitwert am Tage der Untersuchung (5.6.1951) auf 9400,-- DM festgestellt. Nach einer längeren und ausführlichen Beratung bat Bürgermeister Jacob, man möge darüber abstimmen, was in dieser Sache nunmehr endgültig geschehen solle. Die darauf vorgenommene mündliche Abstimmung ergab das einstimmige Resultat, das Löschfahrzeug LF 15 aus den angeführten Gründen zu dem ermittelten Schätzwert zu verkaufen und die Regierung höflichst darum zu ersuchen, ihre Zustimmung zu erteilen und das Weitere unverzüglich zu veranlassen...

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 19.10.1951

Nochmalige und endgültige Beschlußfassung ob Verkauf oder Beibehaltung des Löschfahrzeuges LF 15

Das Ministerium für Inneres und Wirtschaft - Landesamt für Brandschutz - in Mainz hat mit Entschließung vom 5.10.1951 dem Antrag der Gemeinde Enkenbach auf Verkauf des gemeindeeigenen Löschfahrzeuges LF 15 nunmehr zugestimmt, jedoch unter der Bedingung, daß als Verkaufspreis nicht der ermittelte Schätzwert von 9400,-- DM, sondern ein solcher von 6100,-- DM festzusetzen ist. Der Unterschiedsbetrag von 3300,-- DM, das sind 40 % des Taxwertes abzüglich der Überholungskosten, sollen der Gemeinde Eisenberg, die an dem Kauf interessiert ist, als Beihilfe aus der Feuerschutzsteuer angerechnet werden. Der GR nahm von der Reg.-Entschl. Kenntnis und vertrat den Standpunkt, daß es nicht vertretbar sei, den Löschwagen, der beim Ankauf im Jahre 1943/44 24000,-- Mark gekostet hat, heute zu einem Preis von nur 6100,--DM zu verkaufen. Die örtliche Feuerwehr mit der Bürgermeister Jacob dieserhalb nochmals Rücksprache hielt, könne bei einem etwaigen Verkauf kein Verständnis entgegen bringen und würde nach seiner Meinung die Einsatzfreudigkeit wesentlich schmälern. Nach eingehender Beratung traf der GR alsdann den einstimmigen Beschluß, die von der Gemeindeverwaltung eingeleiteten Verkaufverhandlungen einzustellen und das Löschfahrzeug LF 15 endgültig im Besitz der Gemeinde Enkenbach zu belassen..."

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 27.07.1962

Verwertung von zwei gemeindeeigenen Fahrzeugen

Die örtliche Feuerwehr wurde kürzlich mit einem neuen VW-Feuerlöschwagen mit Tragkraftspritze ausgestattet. Für das vorhandene Löschfahrzeug LF 15, das veraltet ist und in letzter Zeit laufend erhebliche Reparaturkosten verursacht hat, besteht jetzt keine Verwendung mehr. Bürgermeister Jacob warf deshalb die Frage auf, was mit diesem Fahrzeug geschehen soll. Er schlug vor, dieses Sonderfahrzeug zu einem angemessenen Preis (evtl. auch als Schrott) zu verkaufen und mit dem Erlös entsprechende Geräte und Werkzeuge für eine wirksame Waldbrandbekämpfung anzuschaffen. Der Vorschlag fand die ungeteilte Zustimmung des Gemeinderats und wurde einstimmig zum Beschluß erhoben..."

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Enkenbach vom 03.10.1962

Verkauf des gemeindeeigenen Feuerlöschwagens (LF 15)

Bürgermeister Jacob gab bekannt, daß sich in den letzten Tagen 2 Firmen an dem käuflichen Erwerb des alten, gemeindeeigenen Löschfahrzeuges (LF 15) interessiert gezeigt haben. Es sind dies:

a) Firma Rahn & Co., Kaiserslautern, die unverbindlich einen Kaufpreis von 1000,- DM und

b) Firma Ferd. Schenk, Maximiliansau, die unverbindlich einen Kaufpreis von 500 - 600,- DM

genannt habe. Der GR stimmte durch einstimmigen Beschluß dem Verkauf an den Meistbietenden zu.

Erstellt im September 1999 von Berthold Schmidtke M.A.

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