Der Peterstag

Alljährlich wird am 22. Februar in den Gemeinden Enkenbach-Alsenborn und Mehlingen der "Peterstag" gefeiert. In der Chronik der Gemeinde Enkenbach-Alsenborn für den Ortsteil Enkenbach findet sich über die Entstehung dieses örtlichen Feiertages folgender Eintrag:

"Im Jahre 1776 um Weihnachten hatte sich in Enkenbach und der Umgegend eine starke Hornviehseuche eingestellt und die größte Bestürzung unter den Einwohnern erregt. Einige Fromme leisteten ein Gelübde, das ganze Jahr hindurch alle Mittwochvormittag eine Betstunde um Abwendung des furchtbaren Übels zu halten. Die Sache fand Anklang bei der Mehrzahl der drei Confessionen (reformiert, ev.-lutherisch und katholisch). Die Prüfung ging vorüber, und so wurde dann in der Folge aus dankerfülltem Gemüth gegen die göttliche Vorsehung von den drei Confessionen in Enkenbach, Alsenborn und Neukirchen der St. Peterstag jeden Jahres als Bet- und Danktag nach überstandenem Übel festgesetzt. Pfarrer Heuser von Sembach hielt die erste Predigt über Psalm 34.5."

In der Chronik der Ortsgemeinde Mehlingen ist zu lesen:

"Das Jahr 1776 wird für die Kreisdörfer, wie auch für Enkenbach und Alsenborn von einem großen Unglück überschattet. Gegen Ende des Jahres brach unter dem Klauenvieh eine furchtbare Seuche aus, die auch auf die Nachbardörfer übergriff. Ein Stall nach dem andern wurde von der Krankheit erfaßt und die Tiere verendeten. Kein Mensch wußte Rat. In der höchsten Not flehten die Menschen zu Gott, daß er das Unglück wenden möge. Das Wunder geschah, aber es war nur noch eine Kuh am Leben. In Neukirchen und Enkenbach heißt danach eine Straße "Kuhgasse". Die Bürger gelobten, den Tag der Wende, es war der 22. Februar 1777, der St. Peterstag, jedes Jahr feierlich mit Kirchgang zu begehen, was sie treulich hielten bis auf den heutigen Tag. An diesem Tag wird nicht gearbeitet und die Kinder haben schulfrei."

Der Feiertag wird heute noch begangen. Es finden Gedenkgottesdienste statt und es ist üblich, an diesem Tag kein Fleisch zu essen. Man kann die Auswirkungen jenes Unglücks nur richtig abschützen, wenn man bedenkt, daß in jener Zeit fast die gesamte Bevölkerung von der Landwirtschaft lebte. Viele Bauern waren so arm, daß eine Neubeschaffung von Vieh nur unter allergrößten Opfern der ganzen Familie möglich war.

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