Wie Alsenborn zu seiner Wasserleitung kam

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 22.07.1891

Typhuserkrankungen in Alsenborn, hier Wasseruntersuchung betreffend.

Nach Einsicht der in obigem Betreffe erlaufenen Verhandlungen insbesondere eines Gutachtens des Königlichen Herrn Landgerichtsarztes in Kaiserslautern, wornach in der Gemeinde Alsenborn Wassermangel vorhanden sein soll und deshalb die Herstellung einer Wasserleitung beantragt.

In Erwägung jedoch, daß der Königl. Landgerichtsarzt in fraglicher Beziehung unrichtig unterrichtet ist, indem in der Gemeinde Alsenborn nahezu 50 Brunnen vorhanden sind, so daß eher Überfluß an Wasser als Mangel an demselben vorhanden ist, insbesondere bei dem Umstande, daß auch die Alsenz bekanntlich ganz in der Nähe von Alsenborn entspringt. Aus diesem Grunde besteht auch zur Zeit nicht die geringste Veranlassung eine Wasserleitung zu beschaffen, weshalb auch keine Ursache zur Beiziehung des Herrn Bezirksbauschaffners zu dieser Verhandlung gegeben war.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 18.09.1892

Maßregeln gegen die Weiterverbreitung der asiatischen Cholera betrfd.

Einer Entschließung des Kgl. Bezirksamtes Kaiserslautern vom 10. ds. Mts. entsprechend, erwählt der GR zu Mitgliedern der Gesundheitskommission, welche die weiteren Maßregeln gegen die Einschleppung der Cholera ergreifen soll, die Herren: Dr. Wunder, prakt. Arzt, Lehmann Reinhold, Lehrer, Schramm Jakob III., Lackas Franz und Kraft Friedrich.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 26.03.1904

Desinfektion

Nachdem der Typhus im Absterben begriffen ist, sind verschiedene Desinfektionen nötig. Der GR stellt M. 400,- aus der Gemeindekasse zur Verfügung.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 02.08.1904

Dem Desinfektor Karl Schmitt werden für Reiseentschädigung etc. bei Besuch des Desinfektionskurses M 16,- bewilligt.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 16.09.1904

Bekämpfung des Typhus, hier Beschaffung der Ausrüstung für die Desinfektionen

Das Kgl. Bezirksamt verlangt mittels Entschließung vom 22.IX.1904 N° 5800 W zur wirksamen Bekämpfung des Typhus etc die Anschaffung einer Ausrüstung für den Desinfektor.

Diese soll bestehen in:

  1. Anzug,
  2. 2 verzinkte Eimer à 20 Liter & 1 Emailletrichter,
  3. 1 graduirtes Meßgefäß à 1 ltr. aus Porzellan oder Emaille;
  4. 2 Schrubber und 1 kg Putzlappen, 1 kleiner Wäschesack,
  5. 1 großer Matrazensack zum Transporte großer Bettstücke nach dem Dampfdesinfektionsapparat,
  6. 1 Handkarren.

Ferner empfiehlt des Kgl. Bezirksamt die Anschaffung eines Desinfektionsapparates oder Lampe.

Der GR beschließt daraufhin den Anzug und die Gegenstände unter N° 2, 3, 4 & 5 anzuschaffen, dagegen von der Anschaffung eines Apparates oder Lampe abzusehen, da vorkommenden Falles der Apparat der Distriktsgemeinde geliehen werden kann.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 16.09.1904

Bekämpfung des Typhus, hier Aufstellung der Desinfektoren.

Der GR von Alsenborn erläßt gemäß Art. 31 mit 01 Ziff. 6 der Gemeindeordnung folgenden Beschluß:

1.) In der Gemeinde wird zur Durchführung der Schlußdesinfektion von Typhuserkrankungen, bezw. von typhusverdächtigen Fällen ein Desinfektor als Hilfsorgan der Polizeiverwaltung angestellt.

2.) Die Zuziehung dieses Desinfektors zu den amtlich angeordneten Schlußdesinfektionen wird den Gemeindebewohnern zur Zwangspflicht gemacht

3.) Für die Vornahme der Schlußdesinfektion hat der betr. Haushaltungsvorstand an die Gemeindekasse eine Gebühr in Höhe von M 4,- zu zahlen; sollte die Desinfektion eine umfangreichere sein, so wäre eine Entschädigung von M 4 pro Tag zu zahlen.

4.) Wird die Desinfektion bei Gemeindearmen vorgenommen, so ermäßigt sich die Gebühr auf 1,50 M.

5.) Der Bürgermeister Johann Daub zum Abschluß des nachfolgenden Dienstvertrages ermächtigt:

§ 1.

Karl Schmitt wird in der Gemeinde als Desinfektor aufgestellt. Seine Dienstobliegenheiten umfassen:

1.) Die Entnahme von Stuhlproben.

2.) Die Handhabung der Kontrolle über die ordnungsmäßige Ausführung der laufenden Desinfektionen.

3.) Die Ausführung der Schlußdesinfektionen.

Als Vergütung hat Schmitt aus der Gemeindekasse zu beanspruchen:

1.) für jede Entnahme einer Stuhlprobe 40

2.) für die Überwachung der laufenden Desinfektionen und zwar

a.) für die Ingangsetzung der Desinfektionsmaßregeln beim Krankheitsbeginn für jede angefangene Stunde 40,

b.) für jede weitere Nachschau für jede angefangene Stunde 40.

3.) Für die Vornahme der Schlußdesinfektion die im GRsbeschluß vom 1. Oktober 1904 festgesetzte Gebühr von M 4,-, bei umfangreicheren Desinfektionen wird pro Tag M 4,- bewilligt.

Soweit Ortsarmen die Gebühr ermäßigt oder erlassen wird, wird der fehlende Betrag aus der Gemeindekasse erstattet.

§ 3

Das Dienstverhältnis ist jederzeit frei widerruflich.

Alsenborn, den 3. Oktober 1904.

Worüber Urkunde:

Der Gemeinderat:

…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 16.02.1905

Typhus bezw. Desinfektion

Die Gemeinde muß dem Desinfektor ein Wägelchen zum Transport seiner Effekten zur Verfügung stellen und beschließt der GR dem Lehrer Lehmann, welcher ein entsprechendes Wägelchen hat, dasselbe zu M 30,- abzukaufen.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 15.06.1905

Schutz öffentlicher Wasserleitungen

Das Kgl. Bezirksamt hat in obigem Betreffe distriktpolizeiliche Vorschriften entworfen und sollen die Gemeinderäte des Distrikte gehört werden, inwieweit sie die Aufstellung dieser Vorschriften als Bedürfnis erachte. Der Entwurf lautet:

§ 1. Im Umkreis von 500 Metern von Quellen, Quellfassungen, Quellschächten und Brunnenkammern öffentlicher Wasserleitungen dürfen ohne disktriktspolizeiliche Erlaubnis keine Anlagen errichtet oder Handlungen vorgenommen werden, welche geeignet sind, diese Wasserleitungen zu gefährden oder das zu deren Speisung dienende Grund- oder Quellwasser ganz oder teilweise abzuleiten, zu verunreinigen oder in schädlicher Weise zu verändern.

§ 2. In einer Entfernung bis zu 2 Metern von den unterirdischen Rohrleitungen und den Reservoiren der öffentlichen Wasserleitungen dürfen ohne distriktspolizeiliche Erlaubnis keinerlei Bodenaufgrabungen vorgenommen werden.

§ 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift werden mit Geld bis zu M 60,- oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Der GR erachtet das Bedürfnis für Aufstellung vorstehender Vorschrift für gegeben, hat keine Erinnerung dagegen, zumal es nicht ausgeschlossen ist, daß mit der Zeit auch in der Gemeinde Alsenborn eine Wasserleitung errichtet wird. Gegen die Abfassung der Vorschriften bestehen keine Erinnerungen…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 12.08.1905

Errichtung einer Wasserleitung

Nachdem schon wiederholt der Wunsch der Errichtung einer Wasserleitung in der Gemeinde laut geworden ist und diese sich tatsächlich als nötig erwiesen hat, beschließt der GR wie folgt:

I. Der gesamte GR erklärt sich für das Projekt der Errichtung einer Wasserleitung, mit Ausnahme des GRes Martin, welcher sich gegen das Bedürfnis zur Errichtung einer Wasserleitung ausspricht;

II. Der GR beschließt einstimmig, die Bürgerschaft zur Frage der Errichtung einer Wasserleitung einzuvernehmen und beschließt die Gemeindeversammlung auf Sonntag, den 27. August 1905 einzuberufen…“

Aus der Niederschrift über die Bürgerversammlung der Gemeinde Alsenborn vom 27.08.1905

Bürger-Versammlung am 27. August 1905 Nachm. 2 Uhr im Schulsaale des Herrn Lehrer Lehmann

Gegenwärtig:

1.) Daub Joh., Bürgermeister, Vorsitzender,

2.) Lackas Franz, Adjunkt, Stellvertreter,

3.) 9 Gemeinderäte,

4.) 58 Bürger.

Zur Beratung steht der Antrag des GRes, die Bürgerschaft einzuvernehmen darüber, ob eine Wasserleitung gebaut werden soll oder nicht, währenddem die Bereitstellung der Mittel, die Bestimmung des auszuführenden Projektes einer späteren Versammlung vorbehalten bleiben soll.

Nach kurzer Beratung wird Antrag auf Abstimmung über den GRbeschluß gestellt, und haben von den 69 vorhandenen Bürgern 42 für die Errichtung einer Wasserleitung gestimmt. Dagegen hat schriftlich nur einer gestimmt...

Bürger-Versammlung um 2 Uhr Nachm. im Schulsaale des Herrn Lehrer Lehmann.

Bei der am 25. August 1905 stattgehabten Versammlung stimmten für die Errichtung einer Wasserleitung in der Gemeinde Alsenborn:

Bürger-Versammlung um 2 Uhr Nachm. im Saale des Herrn Lehrer Lehmann.

Bei der am 25. August 1905 stattgehabten Versammlung stimmten gegen die Errichtung einer Wasserleitung in der Gemeinde Alsenborn:

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 27.08.1905

Wasserleitungen

Nachdem der Wille der Bürgerschaft dahin geht, eine Wasserleitung zu bauen, , wählte der GR folgende Kommission zur Vorbereitung der Projekte:

Daub Joh., Bürgermeister, als Vorsitzenden, Ritter Paul, Heß Karl, Schlicher Theobald und Conrad David, Diemer Jakob, Kaufmann…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 04.11.1905

Wasserversorgung der Gemeinde Alsenborn

Auf das Gesuch des Bürgermeisteramtes um Entsendung eines Beamten hat das Kgl. Wasserversorgungsbureau die Instruirung des Gesuches gemäß der Min. Entschl. v. 16. Mai 1900 N° 11497 verlangt.

Der GR beauftragt das Bürgermeisteramt, dem Kgl. Bezirksamte die Unterlagen gemäß Ziff. I der Hohen Min. Entschl. zu unterbreiten.

Projekte wurden noch keine aufgestellt und waren Sachverständige noch nicht beigezogen, so daß eine Abfindung nicht nötig ist. Zuerst bittet der GR um Ausarbeitung des Projektes auf dem Stempelkopf…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 20.05.1906

Wasserleitung

Der Maschineningenieur des Wasserversorgungsbureaus hat eine Ortsbesichtigung vorgenommen und als geeignetes Projekt, die Erwerbung eines Geländes in der Nähe des Wassergelters im Orte, Ausgrabung eines Brunnens, und Errichtung eines Pumpwerkes bezeichnet. Der GR beschließt einstimmig, dieses Projekt ausarbeiten zu lassen, nur damit der nächsten Bürgerversammlung eine Unterlage bieten zu können…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 04.08.1906

Wasserleitung

Der GR nimmt Kenntnis von dem Technischen Gutachten des k. b. Wasserversorgungsbureaus vom 30. Juni 1906, wonach die Errichtung einer Wasserleitung c. M 51000,- kosten würde. Nach den angenommenen Betriebskosten würde sich der cbm Wasser auf M 0,07 stellen.

Zur Abteufung des Bohrbrunnens und Anstellung von Pumpversuchen ist ein Kredit von 42500,- nötig. Diese Summe ist in der Total-Sa von M. 51000,- einbegriffen, welche jedoch nicht in sich schließt die Kosten für Grunderwerbungen etc etc, Wiederherstellung der Straßen sowie die Bethätigung der Hausanschlüsse.

Nachdem zur Bewilligung der erforderlichen Summen eine Bürgerversammlung nötig ist, beschließt der GR diese am 12. August 06 Nachm 2 ½ Uhr im leeren Schulsaale anzuberaumen…“

Aus der Niederschrift über die Bürgerversammlung der Gemeinde Alsenborn vom 12.08.1906

Behufs Hörung der Bürgerschaft wegen Bewilligung der Mittel zur Errichtung einer Wasserleitung war Einladung zu einer Bürgerversammlung auf Sonntag, den 12. August c. Nachm ½ 3 Uhr im leeren Schulsaale anberaumt und gehörig geladen.

Es waren anwesend: Herr Kgl. Bezirksamtmann Reiß; Bürgermeister Daub, Adjunkt Martin & die Gemeinderäte: Noll, Goos, Weber, Schlicher, Wagner. Ca 100 Bürger & einige Frauen.

Der vorsitzende Bürgermeister eröffnete um ½ 3 Uhr die Sitzung, indem er die gesetzlichen Bestimmungen über die Bürgerversammlung bekannt gab.

Der Schriftführer - Gemeindeschreiber Ed. Buchenberger - gab die in dem Gutachten des kgl. Wasserversorgungsbureaus niedergelegten Punkte durch Verlesen desselben bekannt und gab eine Übersicht über die Leistungen der Gemeinde in den letzten 10 Jahren, über die Vermögensverhältnisse der Gemeinde und die Mittel zur Deckung der entstehenden Kosten, zur allgemeinen Kenntnis (1. Beilage 10 & 11 des Wasserleitungsaktes). Hienach dürfte sich die Gemeinde allein stark tragen, die Kosten der Wasserleitung ohne Anlehensaufnahme zu decken; der cbm Wasser würde sich für den Abnehmer auf 5 stellen.

Herr Bez. Amtmann Reiß befürwortet die Wasserleitung & forderte die Anwesenden zur Bekanntgabe ihrer Ansichten auf.

Frdrch Kraft, Tünchermeister, langjähriges Mitglied der Feuerwehr, spricht sich für die Wasserleitung aus. Heß führt aus: Mein Vater hat nichts gezahlt, somit brauche er auch nichts zu zahlen; Feierabend Sebastian: Er wolle seinen Kindeskindern die Schuldenlast nicht aufladen; er bezweifelt, ob später noch die Gemeindehaushaltung geführt werden könne.

Herr Bürgermeister sucht beide über den günstigen Vermögensstand zu belehren, doch erfolglos.

Herr Bez. Amtmann erläutert nochmals die Vorzüge der Wasserleitung in häuslicher § sanitärer Beziehung, hebt hervor, daß Alsenborn als die bestsituirte Gemeinde der Pfalz kein Risiko habe, da bedeutend ärmere Gemeinden Wasserleitung haben, daß in Alsenborn schon Typhusfälle vorgekommen seien & daß die Errichtung einer Wasserleitung unter den denkbar besten Verhältnissen hier nur befürwortet werden könne, widerlegt ferner die von Heß & Feierabend vorgebrachten Gründe & schließt mit dem Hinweise, wie angenehm das Wasser für die Frauen sei.

Der Gemeindeschreiber Buchenberger verliest nochmals das Gutachten & erklärt nochmals die außerordentlich günstige Lage der Gemeinde und die Aufbringung der erforderlichen Mittel & wird alsdann zur Abstimmung geschritten.

Es lagen die nachfolgend beigehefteten Bogen zur Erklärungsabgabe ‚für‘ oder ‚gegen‘ die Wasserleitung auf.

Viele Bürger verließen unauffällig den Saal währendem 48 Bürger gegen und 36 für die Wasserleitung stimmten.

Die Errichtung eines Wasserleitung bezw. die Bewilligung der erforderlichen Mittel (1. Beil. 10) war somit abgelehnt.

Herr Bezirksamtmann Reiß sprach alsdann den Wunsch aus, daß Alsenborn trotzdem bald in den Besitz einer Wasserleitung gelange und wurde die Versammlung alsdann um ¾ auf 4 Uhr durch Herrn Bürgermeister geschlossen…

Es stimmen gegen die Bewilligung eines Credites von M 51000,- durch Anlehensaufnahme zur Errichtung einer Wasserleitung.

Alsenborn, 12. August 1906

<47 Unterschriften>

Es stimmen für die Bewilligung eines Credites von M 51000,- durch Anlehensaufnahme zur Errichtung einer Wasserleitung.

Alsenborn, 12. August 1906

<36 Unterschriften> …“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 14.03.1907

Wasserleitung

Unterm 11.II. c haben 22 Bürger eine Eingabe zur Errichtung einer Wasserleitung gemacht.

Der GR nimmt hievon Kenntnis und beschließt alsdann eine Bürgerversammlung auf Sonntag, den 17.II. c Nachmittags 2 Uhr einzuberufen in den leerstehenden Schulsaal, zwecks Bewilligung des Anlehens von M 20000,-…“

Aus der Niederschrift über die Bürgerversammlung der Gemeinde Alsenborn vom 17.02.1907

Unterm 11. pr. 12.II.07 reichten 22 Bürger neuerdings ein Gesuch ein, dahingehend, die Gemeinde wolle eine Wasserleitung errichten.

Der GR beschloß alsdann unterm 14. Februar c die Regelung der Angelegenheit der Bürgerschaft zu unterbreiten und beraumte eine ‚Bürgerversammlung‘ auf Sonntag den 17.II.1907 nachmittags 2 Uhr im Schulsaale an.

Diese Bürgerversammlung wurde unterm 14.II. c bekannt gemacht durch Ausschellen und Anschlag mit nachstehender Tagesordnung:

‚Errichtung einer Wasserleitung in Alsenborn, bezw. Bewilligung des erforderlichen Anlehens.‘

Um 2 Uhr des genannten Tages waren anwesend: Bezirksamtmann Reiß aus Kaiserslautern; Bürgermeister Daub in Alsenborn; Pfarrverweser Wambsganß in Alsenborn; Gemeinderäte: Noll, Pfaff, Blaese, Schlicher, Heß, Willenbacher, Schuck; Gemeindeschreiber Buchenberger als Protokollführer; 160 Bürger.

Um 2 Uhr eröffnete Bürgermeister Daub die Versammlung indem er ermahnte ruhig und sachlich zu verhandeln, damit die wichtige Angelegenheit zu einem guten Ziele geführt werden könne.

Protokollführer Buchenberger verlas hierauf das technische Gutachten des k. Wasserversorgungsbureaus vom 30.VI.06 mit dem Hinweise, daß diese Angaben nicht grundlos, sondern auf Grund eingehender Beobachtungen und Messungen von einem Bureau ausgefertigt seien, das bereit und in der Lage sei, das Projekt ausführen zu lassen.

Aus der Versammlung wurde der Wunsch geäußert, die Namen der Gesuchsteller zu verlesen, was durch den Protokollführer geschah.

Hierauf ergriff Herr Kgl. Bezirksamtmann das Wort, führte aus welche große Vorteile die Wasserleitung in vielfacher Beziehung habe, wie leicht es der Alsenborner Gemeinde sei, eine solche zu errichten und daß in Wirklichkeit gar keine Gründe vorhanden seien, welche gegen die Errichtung einer Wasserleitung sprächen; er ersucht die Gegner der Wasserleitung, sich nicht ohne Gründe gegen dieselbe zu verschließen sondern - falls sie solche haben sollten, mit denselben herauszurücken.

Einige unberechtigte Einwürfe von Bürgern beantwortet Bürgermeister Daub direkt.

Alsdann gibt der Protokollführer eine Übersicht über den Stand des Gemeindevermögens und die Art und Weise der Deckung der vorhandenen bezw. entstehenden Auslagen, wie folgt:

In den Jahren 1898 mit 1905 hat die Gemeinde an außerordentlichen Leistungen ca. M 55000,- aufgebracht neben dem Aufwand für den regelmäßigen Haushalt mit M 30000,- jährlich, ohne daß irgend welche Hilfe in Anspruch genommen worden sei, was als Beweis für die Leistungsfähigkeit der Gemeinde genügend sein dürfte.

Der Bau einer Wasserleitung beansprucht ca. M 56000,- (Anschlagssumme M 51000,-).

Nach den gemachten Erfahrungen darf man mit einem Angebot von 10 % rechnen M 5100,-

Eventueller Zuschuß des Staates M 4.000,-

Zuschuß der Gemeindekasse 1907 in Bar M 10.000,-

Außerordentlicher Holzhieb - Reingewinn M 22.000,-

Um jedoch allen zufälligen Ergebnissen Rechnung zu tragen wird ein Anlehen von rund M 20000,- vorgesehen.

Hierauf nahm Pfarramtsverweser Wambsganß das Wort und legte anhand der Geschichte dar, daß die Wasserleitung kein Produkt der Neuzeit sei, sondern schon im grauen Altertum durch die Römer bekannt geworden sei. Diese hätten schon den immensen Wert der Wasserleitung gekannt und diese allenthalben - auch in unserem Vaterlande - eingeführt. Er geht hierauf auf die scheinbaren Gründe der Gegner ein, widerlegt dieselben in scharfsinniger Weise Wort für Wort, hält denselben den darin verborgenen Egoismus vor Augen und forderte zum Schlusse mit erwärmenden, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten auf, für die Wasserleitung zu stimmen. Nach einigen Worten des Herrn Bezirksamtmannes, wonach sich die Alsenborner schämen müssen, wenn sie die unter so glänzenden Bedingungen angebotene Wasserleitung nicht annähmen, wird zur Abstimmung auf den nachfolgenden Blättern geschritten, wonach 96 für und 6 gegen die ‚Errichtung einer Wasserleitung bezw. für die Bewilligung einer Anlehensaufnahme von M 20000,-‘ gestimmt haben.

Dieses wird nachher in der Gemeindeversammlung bekannt gegeben und diese alsdann, nachdem niemand mehr sich zum Wort meldet, durch den Vorsitzenden geschlossen.

Die sofortige Errichtung einer Wasserleitung und die Aufnahme eines Anlehens mit M 20000,- ist daher genehmigt.

Eine Anzahl Bürger hat - teils aus Zeitmangel, teils aus Interessenlosigkeit - das Lokal während der Verhandlung verlassen. Anstöße haben sich keine ergeben und wurden auch keine weiteren Anträge gestellt.

Unterschriften

derjenigen Bürger, welche in der Bürgerversammlung vom 17. Februar c. gegen Errichtung einer Wasserleitung gestimmt haben & somit gegen die Aufnahme des erforderlichen Anlehens mit M 20.000,-

<6 Unterschriften>

Worüber Urkunde:

Der Vorsitzende: gez. Daub Bürgermeister

Der Protokollführer: gez. Buchberger Gemeindeschreiber.

Unterschriften

derjenigen Bürger, welche in der Bürgerversammlung vom 17. Februar c. für die Errichtung einer Wasserleitung gestimmt haben, nebst Genehmigung der Anlehensaufnahme mit M 20000,-

…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 21.04.1907

Wasserleitung, hier Bohren des Brunnens

Durch das Kgl. Wasserversorgungsbureau wurden 3 Angebote zum Bohren des Brunnen übermittelt nämlich:

1.) Bach Zweibrücken M 2441,- 2.) Brechtel Ludwigshafen M 3885,- 3.) Lieb & Höring Heidelberg M 3551,-

Bach ist der billigste und erteilt ihm der GR, nachdem Bach die nötige Garantie bietet, den Zuschlag, unter der Bedingung, daß er an einzelnen übersetzten Punkten etwas nachläßt.

Zu dieser Verhandlung bestimmt der GR folgende Herren: 1.) Daub F. Bürgermeister; 2.) Noll; 3.) Pfaff; 4.) Conrad, welche bereit sind, mit dem Unternehmer alsbald zu verhandeln.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 21.04.1907

Beschaffung der Mittel zur Wasserleitung

Der GR bestimmt, daß das von der Bürgerversammlung genehmigte Anlehen von M 20000,- bei der hiesigen Sparkasse flüssig gemacht wird. Die Rückzahlung soll in den Jahren 1910 mit 1920 erfolgen.

Ferner soll, nachdem durch den außerordentlichen Holzhieb in diesem Jahre bereits Mittel zur Verfügung stehen, ein Vorschußanlehen von M 10000,- bei der Sparkasse hier eröffnet werden, rückzahlbar im Jahre 1907; der Bürgermeister bezw. der Einnehmer werden zur Erhebung in laufender Rechnung ermächtigt…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 07.05.1907

Vom kgl. Wasserversorgungsbureau war ein Vertreter erschienen.

Die in Betracht kommenden Plätze zur Errichtung eines Wasserreservoirs und zur Bohrung eines Pumpbrunnens wurden betrachtet und kamen drei Plätze in Betracht:

Projekt I: Zwergacker; Projekt II: Am Pelter (Kinderlehr), Projekt III: Orteldelle.

Zuerst wurde nach eingehender Besprechung an Ort & Stelle abgestimmt und zwar über:

Projekt I: Antrag Noll: Bohrung südlich des Weges und Reservoir am Geldloch. Förmliche Abstimmung erfolgte nicht.

Projekt II: Ohne besonderen Antrag: Bei der Abstimmung waren alle Herren für, nur die Herren Noll, Konrad & Goos dagegen.

Projekt III: Antrag Noll: Bei der Abstimmung - nachträglich der Abstimmung II - waren die Herren für dieses Projekt, mit Ausnahme der Herren Ritter & Pfaff.

Der Vertreter des k. Wasserversorgungsbureau war nicht sonderlich für Projekt I, Projekt II hatte bei ihm die meiste Sympathie, Projekt III würde ihm zusagen, unter der Voraussetzung, daß genügend Wasser vorhanden ist.

Es erfolgt daher die Ausführung des Projektes III…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 06.06.1907

Wasserleitung, hier Bohrbrunnen

Der Bohrbrunnen ist 47 m tief und hat das k. Wasserversorgungsbureau eine Sprengung auf der Sohle mit 20 kg Dynamit angeraten und ersucht, die Gemeinde wolle dem zustimmen.

Die Bohrung ist bereits eingestellt & die Firma Bach zu einem Angebot aufgefordert.

Der GR beschließt, der Sprengung zuzustimmen…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 22.06.1907

Wasserleitung

Die Durchführung des Projektes III hat sich als unmöglich erwiesen, nachdem der Brunnen nicht das genügende Wasser liefert. Es waren vorhanden 1 ½ Sek. lt., nach der Sprengung waren es an 4 Sek. lt., währenddem mindestens 7 Sek. lt. nötig sind. Der GR nimmt auf Anregung des GRes Schlicher das frühere Projekt der Beileitung des Stempelbrunnens wieder auf und stellt die Mittel zur Verfügung einen Versuch zu machen, ob das Wasser durch Fassung und Beileitung nicht vermehrt werden kann.

Zugleich regt der GR eine Ortsbesichtigung an.

Die anderen Projekte sollen bis zum Abschluß der Versuche ruhen…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 12.07.1907

Wasserleitung:

Dem Beschluß des GRes entsprechend wurden am Stempelkopf Aufräumungsarbeiten vorgenommen. Nachdem Erfolg nicht ausgeschlossen ist, beschließt der GR, sich mit dem Ingenieur der Firma Oltsch & Cie ins Benehmen zu setzen. Derselbe soll alsbald kommen und den Accordanten aus dem hiesigen Orte die Arbeit angeben…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 27.07.1907

Wasserleitung

Der GR nimmt Kenntnis von den Versuchen auf dem Stempelkopf und von dem negativen Erfolg. Das Wasser ist unzureichend und nicht genug Druck vorhanden. Es muß daher von diesem Projekte abgesehen werden.

Nachdem es günstige Zeit wäre, die Hetschmühle zu erwerben, beschließt der GR alsbald den Herrn Ingenieur zur Prüfung der Wasserverhältnisse zu bestellen. Der Herr Bürgermeister wird beauftragt, die Mühle zu erkaufen, vorbehaltlich der Genehmigung des GRes und der Erklärung des Wasserversorgungsbureau, daß die Mühle zur Errichtung einer Wasserleitung geeignet ist…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 15.09.1907

Wasserleitung

Der GR bevollmächtigt Herrn Bürgermeister Johann Daub, die zum Verkauf stehende Hetschmühle von Joh. Schneider zu erwerben, die nötigen Grundbucheinträge zu erwirken und den notariellen Akt zu errichten…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 28.09.1907

Wasserleitung

Nachdem die Projekte des Stempelkopfes und der Hetsch-mühle sich als unzureichende gezeigt haben, versammelt sich der GR und beschließt nach eingehender Beratung den Bohrbrunnen am Pelter auf dem Krämer’schen Acker zu bohren.

Der Bürgermeister läßt hierüber abstimmen und sind sämtliche Herren dafür, mit Ausnahme des Herrn Adjunkten, der auf seinem Standpunkte - überhaupt keine Wasserleitung zu bauen - beharrt…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 04.11.1907

Wasserleitung

Der Bürgermeister teilt dem GRe mit, wie weit die Wasserleitung gediehen ist. Der Brunnen ist fertiggestellt, das Wasser ist ausreichend und - gemäß der Untersuchung - gut.

Der GR beschließt nunmehr die Verhandlungen so rasch wie möglich zu fördern. Die Leitung des Wasserleitungsbaues soll - wie der GR beschlossen hat - vollständig durch das Wasserversorgungsbureau geführt werden.

Der GR beschließt einstimmig den Bürgermeister zur Erwerbung des Ackers Plan N° … von Theobald Krämer in Enkenbach zu ermächtigen. Ebenso wird er zur Akterrichtung & Stellung der nötigen Grundbucheinträge ermächtigt.

Der GR beschließt ferner bei Kgl. Wasserversorgungsbureau vorzustellen, dasselbe wolle so bald wie möglich die Pläne erstellen und dafür sorgen, daß die Arbeiten ohne Verzögerung aufgenommen werden können. Zu dieser Bitte ist der GR veranlaßt durch den Umstand, daß die Steinbrüche brach liegen und die Arbeiter hiesiger Gemeinde alle zu Hause sind und zur Ausführung der Erdarbeiten zu verwenden wären, wodurch die in Betracht kommenden Unternehmer billige Arbeitskräfte erhielten und das Geld der hiesigen Einwohnerschaft zugute käme.

Der GR beschließt ferner den Herrn Bürgermeister und Herrn Noll zu beauftragen, diese Wünsche mündlich auf dem Wasserversorgungsbureau vorzubringen.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 19.01.1908

Wasserleitung

Der GR nimmt Kenntnis von dem Wasserleitungsprojekte, den Plänen, den Bedingungen und dem Kostenvoranschlage, sowie von der Min. Entschl. v. 30.XII.1907 N° 29804, wonach der Gemeinde seitens des Staates ein Zuschuß von 10 % des für die öffentliche Anlage wirklich erwachsenden Bauaufwandes aus dem Wasserversorgungsfonds bewilligt wurde.

Der GR beschließt, daß die Ausführung des Wasserversorgungsprojektes nach den Plänen und unter Oberleitung des k. Wasserversorgungsbureaus zu erfolgen hat. Die Bauinstruktion, die Vorschriften für die Vergebung der Bauarbeiten, die allgemeinen Vertragsbedingungen und die besonderen Bedingungen, sowie die Dienstesinstruktion für den Bauführer sind in vollem Umfange maßgebend; der Bürgermeister wird ermächtigt, die Bauinstruktion und die Vorschriften für die Vergebung von Bauarbeiten und Lieferungen unterschriftlich anzuerkennen.

Der GR hat nach genauer Einsichtnahme der Pläne keine Erinnerung zu erheben, beschließt vielmehr dieselbe wie in den Plänen festgelegt, auszuführen.

Zu Punkt 3 der Anleitung beschließt der GR die Anschlußleitungen auf die Gemeindekasse zu übernehmen, d. h. Abt 1, 2 & 4 des Kostenanschlages, da Nr. 3 & 5 (Wassermesser etc.) in Wegfall kommen; der GR wünscht, daß diese Arbeiten mit der Hauptarbeit vergeben werden. Die Hausleitung bleibt Sache des Anwesensbesitzers.

Zu Punkt 4 der Anleitung beschließt der GR von der Einführung von Wassermessern abzusehen; er behält sich vor, nach definitiver Festsetzung des Selbstkostenpreises die Teilnehmer in Klassen einzuteilen und die Gebühren festzusetzen.

Punkt 5 der Anleitung: Die Kostenfrage ist geregelt; die Gemeinde bedarf eines Anlehens von M 20000,- welches sie bei der Spar- und Darlehenskasse Alsenborn - wie die Bürgerversammlung bereits beschlossen hat - aufnimmt.

Punkt 6 der Anleitung: Die Gemeinde hat die nötigen Grundstücke zur Anlage des Bohrbrunnens, der Pumpstation u.s.w. bereits erworben; im Übrigen kommt nur Eigentum der Gemeinde und des Distriktes in Frage; der GR erteilte selbstverständlich die erforderliche Genehmigung; diejenige des Distriktes liegt bei. Sonstige Beseitigung von Hindernissen hat sich keine aufgeworfen.

Die Genehmigung der Anlage des Reservoirs auf dem Schlagberg Abt VI 10 wird erwartet; ebenso diejenige des Distriktes.

Zu 7: Der GR wählt aus seiner Mitte zur Erledigung dringender Angelegenheiten einen Bauausschuß, welcher besteht aus: Daub J., Bürgermeister, als Vorsitzender; Heß Karl, Bäckermeister, als Beisitzer; Schlicher Jakob, Landwirt, als Beisitzer; Noll Wilhelm, Kaufmann, als Beisitzer.

Dem Ausschusse steht die Befugnis zu, bei allen Abgelegenheiten in Sachen Bau der Wasserleitung zu entscheiden; er bedarf lediglich der Zustimmung des GRes bei Vergebung von Arbeiten und bei event. Weitergehen als in den Plänen & dem Kostenvoranschlage vorgesehen ist.

Zur Vereinfachung der Geschäfte wird dem Gemeindeschreiber E. Buchenberger die Führung eines Manuales, die Sammlung und Aufbewahrung der Belege über Einnahmen und Ausgaben übertragen; die Kasse selbst wird bei dem Bürgermeister verwahrt & werden bei demselben auch die Zahlungen geleistet, wie derselbe auch verantwortlich für den Barbestand ist.

Der GR ist zu dieser Maßnahme gekommen, da die Einnehmerei in Hochspeyer zu weit entfernt ist und dies zu großen Unzuträglichkeiten führen müßte.

Zu Punkt VIII: Der GR wünscht, daß die Arbeiten getrennt vergeben werden sollen und zwar nicht durch öffentliche Ausschreibung, sondern durch besondere Einladung und zwar:

1.) Rohrgraben, Rohrlegen, Reservoir, Anschlüsse etc: Die Firmen bleiben dem Wasserversorgungsbureau überlassen.

2.) Maschinen und Pumpen, getrennt: Die Firmen bleiben dem Wasserversorgungsbureau überlassen.

3.) Maschinenhaus: a Maurerarbeiten; b Schreiner- & Glaserarbeiten; c Schlosserarbeiten; d Tüncherarbeiten; e Zimmermannsarbeiten; f Dachdeckerarbeiten; g Spenglerarbeiten: Die Auswahl der einzuladenden Unternehmer bleibt dem Wasserversorgungsbureau überlassen, doch wünscht der GR, daß folgende hiesige Firmen miteingeladen werden sollen, nämlich:

Konrad David, Maurermeister, Alsenborn; Wagner Friedrich, Schreinermeister, Alsenborn; Blaese Wilhelm, Schreinermeister, Alsenborn; Schmitt Philipp II, Schreinermeister, Alsenborn; Müller Karl, Schreinermeister, Alsenborn; Lackas Joh., Schlosser & Schmied, Alsenborn; Eller Heinrich, Schlosser & Schmied, Alsenborn; Pfaff Heinrich, Tünchermeister, Alsenborn; Kraft Friedrich, Tünchermeister, Alsenborn; Schläfer Wilhelm, Zimmermeister, Alsenborn; Krell Philipp, Dachdecker, Enkenbach; Koop Johann, Spengler, Alsenborn; Lackas Pet. II, Spengler, Alsenborn.

Der GR wünscht daß mit der Ausführung der Wasserleitung so bald wie möglich begonnen wird & bittet er das k. Wasserversorgungsbureau um thunlichste Beschleunigung.

Schließlich bringt der GR den bei der Firma Oltsch & Cie in Zweibrücken angestellten, hier wohnhaften Bauführer Friedrich Ullmayer in Vorschlag. Hieran wird jedoch die Bedingung geknüpft, daß die Firma Oltsch & Cie nicht die Hauptarbeit (Rohrlegen etc) ausführt. Die Aufstellung des Dienstvertrages, sowie die Festsetzung des Gehaltes bleibt dem Wasserversorgungsbureau überlassen, doch dürfte der Ansatz im Voranschlage, da Ullmayer hier wohnt, etwas zu hoch gegriffen sein.

Um Stellung der Instrumente wird gebeten.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 19.01.1908

Grunderwerb

Zur Durchführung der Wasserleitung bedarf die Gemeinde eines Teiles von Pl. N° 1383, Acker in der Kinderlehr, der Wtw Johann Kraft Ackerer in Alsenborn gehörig.

Der GR beauftragt den Bürgermeister J Daub zur Erwerbung & bevollmächtigt ihn zur Akterrichtung & Stellung der nötigen Grundbuchanträge…“

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 07.03.1908

Vergebung der Pumpe & des Motors

Der GR nach Kenntnis der Eingaben-Zusammenstellung und nach Einsichtnahme der Pläne und Eingaben beschließt:

1.) Die Motorenlieferung der Firma Benz & Cie in Mannheim zum festgesetzten Preise zu übertragen; die Firma muß hiezu noch liefern: 1 Reservezünder, 1 Satz Kolbenring, je 2 Reservefedern.

2.) Die Pumpenlieferung der Firma Balcke in Frankenthal zu übertragen.

Der GR entschließt sich zu dem Angebot der Firma Balcke bezüglich der 3 glunger’schen Pumpe.

Bei beiden Vergebungen wird eine 2 jährige Garantie verlangt.

Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates Alsenborn vom 21.03.1908

Vergebung der Wasserleitung

Ferner ist ein Vertreter des k. Wasserversorgungsbureaus, Herr Bauamtmann Zink, anwesend.

Herr Bauamtmann trägt die Zusammenstellung vor & erläutert dieselbe.

Kleemann ist bei Weitem der niedrigste; nachdem die bisherige Arbeitsleistung desselben eine gute war & er nur empfohlen werden kann beschließt der GR einstimmig Herrn P. Kleemann in Kollweiler die Ausführung der Arbeit zu übertragen.

Bedingungen: Gemäß Entwurf des k. b. Wasserversorgungsbureaus.

Kaution auf die Dauer der Garantieleistung von 3 Jahren muß in der Höhe von M 4000,- für die öffentliche Leitung und die Anschlußleitungen gestellt werden. Der Unternehmer hat sobald als möglich zu beginnen. Die Geschäftsleute im Ort sind zu berücksichtigen.

Der GR beschließt alsdann, daß diejenigen Einwohner welche sich bis zum 1. Juli 1908 nicht zum Anschluß bereit erklären, die Anschlußkosten selbst zu tragen haben. Überhaupt wird festgestellt, daß nach Fertigstellung der Leitung 3 Jahre lang mit Neuanschlüssen abgewartet wird…“

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