Das Dorotheengut in Mehlingen

Am 25. Juni 1515 kaufte Conrad Kolb von Wartenberg von Adam von Randeck dessen Teil am Bautweiler Gericht um 45 Gulden und für die ablösliche Gült von 2 fl und 1 Ort (= 1/4 Gulden), welche er jährlich zu Martini "der Heyligen St. Anna, Pfarrer oder Kirchengeschworenen" zu entrichten hat, gibt er seinen Hof zu Mehlingen zum Unterpfand.

Dieser Hof ist vermutlich das spätere Dorotheengut, das Casimir Kolb von Wartenberg seiner Schwester Dorothee übertrug und ihr zu Mehlingen ein Haus schenkte, später Dorotheenschlößchen genannt. Dazu gehörten 56 Morgen Land, die 1612 Stephan Heinrich in Bestand hatte. Um 1725 hieß der Pächter Nickel Jost, der außerdem noch 20 Morgen eigenes Land besaß.

Über dieses Gut ist nicht Näheres bekannt, weil das Wartenbergische Archiv nur noch zu einem geringen Teil vorhanden ist. Das Haus, ein zweigeschossiger Fachwerkbau steht heute noch unter Denkmalschutz. Im Türsturz sind die Buchstaben M und B eingraviert, der Namen des mutmaßlichen Erbauers, über den leider nichts bekannt ist. Ein durchgehender Eichenbalken in Stockwerkshöhe entlang der Hoffront trägt folgenden Spruch:

"O Mensch tu Buß und fürchte Gott."

Auch der Giebelbalken und die Rückfront sind beschriftet. Dort steht zu lesen:

"Ach Gott, wie geht es denn zu, daß die mich hassen, denen ich nichts tu, die mir nichts gönnen, mir nicht geben und müssen doch sehen, daß ich hab das Leben."

Bei der Nationalgüterversteigerung während der Franzosenzeit 1798 - 1813 kam, wie so vieles andere, auch das Dorotheengut unter den Hammer.

Aus: "Neukirchen - Mehlingen - Baalborn, Geschichte der Dörfer auf dem Kreis" von Arnold Ruby

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