Der Randeckerhof

Der Randeckerhof liegt in der Gemeinde Neuhemsbach unweit vom Billesweiher. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das sogenannte "Gericht", das den Kelten und Franken schon als Thingstätte diente. Bei den Leinigern war es das "Landgericht uff dem Stampe". Der Randeckerhof wurde zwischen 1715 und 1739 von Graf Friedrich Ludwig von Sayn-Wittgenstein auf den Fundamenten und Kellergewölben der verschwundenen Burg Randeck an der Geleitstraße Kaiserslautern-Oppenheim erbaut.

Die Edlen von Randeck, ein Nordpfälzer Adelsgeschlecht, waren Inhaber bis etwa um 1400. Durch die Heirat der Margarete von Randeck mit Friedrich von Flersheim kam die Herrschaft Neuhemsbach an die Flersheimer. Die Freiherren von Flersheim bauten auf dem Geißberg eine Burg, die 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurde. Auf den Ruinen der zerstörten Burg ließ Graf Ludwig von Sayn-Wittgenstein 1715 das Schloss Neuhemsbach errichten. Das schöne barocke Gebäude stand 80 Jahre, es wurde in den Revolutionskriegen 1794/95 von der Franzosen ausgeplündert und zerstört.

Der erste Erbbestandsbrief für das Hofgut wurde am 27. Juli 1739 vom Grafen Friedrich Ludwig von Sayn-Wittgenstein an seinen "Rittmann und Ambtmann Rath" Valentin Satorius ausgestellt. In der Urkunde wurde festgestellt, dass auf dem Hofgut eine Brauerei, Essigsiederei und Brennerei betrieben werden darf. Außerdem wurde der Betrieb einer Gastschenke erlaubt. Die Preise in der Schenke sind in der Urkunde genau festgelegt, ebenso der Teil, der an die Herrschaft abzuführen war. Nach dem Tode von Friedrich Ludwig stellte dessen Erbnachfolger Graf Ludwig Ferdinand am 10. Juli 1744 einen Erbbestandsbrief aus an Balthasar Hafen, in dem ausdrücklich alle Bedingungen des ersten Briefes von 1739 gelten sollen. Beide Original-Urkunden befinden sich im Besitz von Manfred Krehbiel-Gräther, Randeckerhof, dem heutigen Besitzer.

Mit dem Frieden von Lunéville, als die Pfalz ein Teil der Französischen Republik wurde, nahmen viele Bauern, die ihre Höfe in Erbbestandspacht bewirtschafteten, das Angebot an, diese als Eigentum zu erwerben. Darunter auch die Familie Hafen vom Randeckerhof. Die Familie Hafen war Eigentümer bis zum Jahr 1857, dann wurde der Hof aufgeteilt zwischen den Familien Bossong und Neef.

Jakob Krebiel erwarb 1869 den Hof von Neef und später den noch verbliebenen Teil von Bossong, so dass der Hof wieder in seiner ursprünglichen Einheit hergestellt war.

Bei dem in den letzten Jahren renovierten Wohngebäude kommen die Bauelemente des frühen 18. Jahrhunderts sehr gut zur Geltung. Das Wohngebäude des Randeckerhofes sowie die Schlosskirche und das Haus des Amtmanns sind die noch einzig erhalten gebliebenen Gebäude aus der Zeit der Wittgensteiner Herrschaft in Neuhemsbach.

Aus: "Neuhemsbach in der Nordpfalz, 2. erweiterte Auflage" von Friedrich W. Weber und Rudolf Bechberger

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