Die Geschichte der Ortsgemeinde Sembach

Wie Mehlingen so stand auch Sembach, das uns in mittelalterlichen Quellen noch als "Sentenbach", und "Sinckenbach" begegnet und seinen Namen höchstwahrscheinlich von verschilften Wasserläufen und Weihern herleitet, schon früh unter der Herrschaft der Wartenberger.

Als diese gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges (1646) ihren Amtssitz in den kleinen Ort verlegten, hatte dies in Verbindung mit einer günstigen Verkehrslage im Schnittpunkt zweier Fernstraßen einen überraschenden wirtschaftlichen Aufschwung des Dorfes zur Folge. Herrschaft und Untertanen waren vor 1648 reformiert, doch nach 1700 zogen außer einigen Lutheranern auch einige mennonitische Familien zu, die eine kleine Gemeinde bildeten.

Seine Blütezeit erlebte das Dorf während der Zugehörigkeit der Pfalz zum napoleonischen Empire, nicht zuletzt durch den Bau der "Kaiserstraße". 1802 zählte Sembach schon 511 Einwohner und deren Zahl stieg bis 1837 sogar auf 835 an. In dieser Zeitspanne erhielt der Ort eine große Posthalterei, eine Arztpraxis und eine Apotheke. Durch zwei "Liberale", den als Mitglied der 2. Kammer des bayerischen Landtages zu Ansehen gelanten Posthalter Daniel Ritter und Pfarrer Johann Heinrich Hochdörfer, einen der Hauptakteure auf dem "Hambacher Fest" (1832) und Vertreter sozialrevolutionärer Ideen in der Revolution von 1848/49, wurde der Name des Dorfes in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weit über die damaligen Kreisgrenzen hinaus bekannt.

Doch als in den 70er Jahren die Eisenbahnlinie von Kaiserslautern nach Winnweiler wurde, lag der Ort urplötzlich verkehrspolitisch im Abseits. Die Bevölkerung nahm rapide ab und erst mit dem Bau des Militärflugplatzes (1951) und der amerikanischen Wohnsiedlung "Heuberg" setzte ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung der Gemeinde ein.

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